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Im Wendekreis der WaageMag.a Claudia Maria Traint

Claudia Maria Traint                 

Im Wendekreis der Waage.
Eine Abrechnung mit Schlankheitswahn und Schönheitsindustrie

Vorgestellt auf der 1. Wiener Buchmesse im November 2008

Es hat bereits eine gewisse Tradition, dass im Milena Verlag Sachbücher zum Thema Gesundheit und Körperbewusstsein erscheinen. Im Herbst 2008 ist uns das Thema Ernährung, das in weiterer Folge auch ernährungsbedingte Krankheiten mit sich bringt, ein Anliegen. In den westlichen Industrieländern hat Essen die Primärfunktion des Hungerstillens verloren da Nahrungsmittel uneingeschränkt verfügbar geworden sind. Die Kluft zwischen strengem Schönheitsideal und einer starken Konsum- und Genussorientierung wird zusehends größer und nimmt der Nahrungsaufnahme ihre Selbstverständlichkeit.

Claudia Maria Traint widmet sich in ihrem Buch der Problematik Essstörungen und deren Thematisierung durch die Medien.

INHALT

Der menschliche Körper als Abbild der Gesellschaft? Diäthalten als Kulturtechnik? Das Buch beschäftigt sich mit Essstörungen, legt besonderes Augenmerk auf Krankheitsformen mit Übergewicht und deren Thematisierung durch Printmedien. Ein weiteres Anliegen der Autorin ist die Untersuchung der aktuellen gesellschaftlichen Repräsentanz von Menschen mit Übergewicht und deren gesellschaftlicher Stigmatisierung. Das Buch soll die Funktion der Aufklärung über Essstörungen in Printmedien zeigen. Dahinter steht die konkrete Frage, ob sich ein Mensch, der an einer Essstörung mit Übergewicht leidet, von Aufklärungsartikeln über Essstörungen in Printmedien angesprochen und aufgeklärt fühlen kann.

Um das weite Spektrum dieser schweren Krankheiten hervorzukehren erarbeitet die Autorin Hintergründe von Essstörungen. Besonderes Augenmerk richtet sie auf Essstörungsformen mit Übergewicht, die auf Grund von kulturellen Implikationen gesellschaftlich und medial nachrangig thematisiert werden. Die Auswirkungen der Doppelbotschaft von Genuss einerseits und dem allgemein geltenden Schlankheitsdiktat andererseits zeichnet sich bei Mädchen und Frauen, aber auch immer stärker bei Buben und Männern, durch massive Essstörungen ab.

Das “Idealgewicht” entfernt sich immer weiter vom medizinisch vernünftigen Normalgewicht. Diäthalten gilt heute bereits als Kulturtechnik, die von Zeitschriften regelrecht beworben wird; Gewichtsphobie und Schlankheitswahn sind die bedrohlichen Folgen. Dieses Buch soll einen Überblick über diverse Essstörungen bieten und den Blick von bereits bekannteren Formen, wie Bulimie oder Magersucht, besonders auf gesellschaftlich noch nicht anerkannte Krankheitsformen mit Übergewicht  lenken.

In der Reihe Sachbuch erscheinend, ist das Buch – leicht lesbar und informativ – nicht für ein  wissenschaftliches Publikum gedacht, sondern für eine breite Zielgruppe, die sich zu diesem daueraktuellen Thema informieren möchte. Mit vielen praktischen Beispielen ausgestattet, soll es als „Einstiegsbuch” in die Thematik gelten. Im Anhang findet die Leserin zudem viele Österreichische Beratungsadressen und hilfreiche Stellen, an die sich Frauen mit Essstörungen oder Frauen, die durch andere Frauen/Mädchen mit diesem Problem konfrontiert werden, wenden können.