Archiv für das Thema: ‘Magdalena Ecker’

8
März
2009

Spiegelbild

Gelesen am 8. März 2009 in Wels bei frauenstimmen erlesen


 

Wolken ziehen wie weiße Schiffe,

über endlos blaue See,

die Gischt braust auf Korallenriffe,

wie ist so weich der Klee.

Warme Strahlen kitzeln keck,

meine Arme, mein Gesicht,

welch friedvoll schöner Ruhefleck,

der Sicherheit verspricht.

 

Ein lautes Rattern, ein Getöse,

stört die heilige Natur.

 Meine Ahnungen sind böse, doch ich lausche einfach nur.

Schwarze Drachen, Rauch und Feuer,

zeigen ihre Schreckensmacht,

fürchterliche Ungeheuer,

ein Inferno wird entfacht!

 

Wie um mich zerfällt die Welt und mein Atem mir vergeht,

seh ich was vom Himmel fällt und plötzlich vor mir steht.

„Bin die Ursach deiner Qualen, dieser Monster Herr und Wille,

sieh wie wir dir stahlen, deine trügerische Stille!“

Wie windet sich mein armes Herz, hernieder fällt der Regen,

flammend schneidet mich der Schmerz, ich stell mich ihm entgegen!

Doch ein Blitz erleuchtet sein Gesicht und meine Hände halten ein,

was das kurze Licht gezeigt, kann nur mein eigner Spiegel sein!

 

 

8
März
2009

Das Sein des Dichters

Gelesen am 8. März 2009 in Wels bei frauenstimmen erlesen

 

Der schönste Teppich der geknüpft, begann mit einem kleinen Faden.

Eine Note die dir leis entschlüpft, kann mehr als tausend Worte sagen.

 

Ein Gemälde das dem Blick gefällt und die Menschen Staunen macht,

geboren in einer anderen Welt, wo Mut die Feigheit nur verlacht.

 

Ein kleines Wort wird aufgegriffen, wird gewendet, wird gedreht.

Zu einem Werkzeug fein geschliffen bis man seinen Sinn versteht.

 

Nun kommt auch schon das nächste Wort, von glockenhellem Klang.

Man schafft für sie den rechten Ort, wo alles nimmt nun seinen Gang.

 

Statt Fäden Knüpfen wir Gedanken, unsere Worte beschwören Melodien.

Den reichen Farben möcht ich danken, die mir ihren Zauber liehen.

 

Dort wo man Musik vermalt und Stoffe aus den Träumen webt,

wo Gefühl in allen Farben strahlt und der Geist in helle Sphären schwebt.

 

Eine Welt die ich herauf beschwört, aber die nicht einzig mir gehört.

Eine Welt gemacht aus schönem Schein, aber auch aus wahrem Sein.